Yuriza I
Sanxi hatte sie noch gewarnt.
»Wir sollten nicht durch Linxin reisen, Herrin. Es ist zu gefährlich!«, hatte die betagte Zofe gesagt, als Yuriza ihr Pferd an dem Grenzposten in die herrenlose Provinz gelotst hatte.
»Verfolgten wir den üblichen Handelsweg durch Kaitama, so kämen wir jedoch erst in drei Tagen im Palast an«, hatte Yuriza angemerkt. »Der Fürst hat zur Eile geboten, also nehmen wir die Abkürzung.«
Durch das herrenlose Gebiet im Nordosten des Landes wären sie innerhalb von einem und einem halben Tag im Palast von Fürst Senporo Hakaima, Fürst von Kaitama angekommen. Yuriza konnte stur sein, wenn sie den Vorteil hinter einer Sache sah. Die letzten Kämpfe um Linxin waren erst vor vier Tagen, als sie aufgebrochen waren, abgeklungen. Und in der Regel lag ein halber Mond zwischen zwei Scharmützeln, die sich die drei Fürsten von Kaitama, Onishu und Bunkan lieferten.
Eben nur in der Regel, weshalb nun beide Frauen ohne Pferde unterwegs waren, denn die hatte man ihnen kurzerhand entwendet, als sie in der Herberge genächtigt hatten. Sanxi hatte es bemerkt, noch bevor sie durch die Vordertür spaziert waren. Gerade noch rechtzeitig, denn so konnten sie durch die Hintertür entschwinden. Mit einer kurzen Wegweisung des freundlichen Wirts, dem man bestimmt nur Minuten danach sein Geld abgenommen hatte. Hoffentlich nur das Geld und nicht auch noch sein Leben, dachte Yuriza.
Nun streiften sie und Sanxi durch die Büsche und Hecken eines kleinen Wäldchens, zu dessen rechter Seite der Fluss Narashi verlief. Der Narashi strömte durch die Hauptstadt der Provinz Kaitama; sie mussten also nur dem Fluss folgen und würden hoffentlich schon bald die Grenze passiert haben.
Sanxi schnaufte hinter Yuriza; die Frau im mittleren Alter war durch ihre fünf Kinder recht beleibt. Sie hatte sich um Yuriza gekümmert, seit ihre damalige Amme von deren Ehemann in einem Nebenarm des Narashi ertränkt worden war. Yuriza konnte sich an ihre Amme nicht mehr erinnern, auch nicht an ihre Mutter, die ihr Leben gelassen hatte, um sie auf die Welt zu bringen. Sanxi war das, was einer Mutter am nächsten kam. Ich sehe einen Vorteil und vergesse darüber die ganzen Nachteile, dachte Yuriza verbittert. Einer dieser Nachteile war, dass sie nicht mit einer Truppe aus Onishu gerechnet hatte, die sich in Linxin aufhielt und nun auf Geheiß ihres Fürsten die Herberge plünderten.
Yuriza blieb stehen – nicht nur, um Sanxi einen Moment der Ruhe zu gönnen.
»Die Pferde«, seufzte sie.
»Die – stehen uns – nicht – zur Verfügung, Herrin«, schnaufte Sanxi und wedelte sich Luft zu.
»Nein, das ist klar. Aber die Satteltaschen mit dem Emblem von Kaitama – vom Fürstenpalast – werden denen mitteilen, dass sich zwei Gäste der Herberge in Luft aufgelöst haben.«
Sanxi keuchte. »Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie-«
Ein Horn erschallte und unterbrach Sanxi. Die Frau keuchte erneut und sah sich rasch um. »Wir müssen uns verstecken, Herrin!«
Doch hier war nichts, was sich als Versteck eignen würde. Dies sah auch Yuriza, die sich ebenso wie ihre Zofe umschaute.
»Weiter!«, raunte sie und nahm ihre Zofe bei der Hand.
Yuriza führte Sanxi weiter über Stock und Stein, achtete dabei nicht darauf, dass der Stoff ihres braunroten Kleides zerriss. Sie konnte auch nicht auf Sanxis Schnaufen reagieren, denn sie fürchtete, dass ihre dumme Idee, eine Abkürzung zu nehmen, Sanxis Leben fordern würde.
Ihr eigenes Leben war zu einem großen Teil bereits aufgebraucht, das wusste sie. Sie hatte ihre Mutter nun um beinahe zwei Jahre überlebt. Lange würde es nicht mehr dauern, dann würde Yuriza sich entscheiden müssen: Ging sie in den Tempel, um sich als Mystikerin bis zu ihrem Lebensende vereidigen zu lassen – oder heiratete sie und gebar, wie ihre Mutter, eine Totgeburt nach der anderen, bis sie schlussendlich – vielleicht – ein lebensfähiges Kind gebar, nur um dann im Kindbett zu sterben? Ihr Vater hatte sich noch nicht entschieden, er überließ es zu einem großen Teil Yuriza selbst.
»Es ist dein Leben«, pflegte er stets zu sagen, wenn die Sprache auf dieses heikle Thema fiel. Dabei war er vordergründig uneins mit sich selbst. Gerne würde er sehen, wie seine Tochter in seine Fußstapfen trat. Gleichzeitig wollte er sie leben sehen. Ersteres würde eine Heirat verlangen, um die Nachfolge zu sichern.
Wie es den Anschein hatte, musste Yuriza nicht mehr wählen – auch ihr Vater nicht. Kaum waren sie und Sanxi um den nächsten Busch gehetzt, hörten sie das Hufgetrappel nun deutlicher. Selbst der Boden bebte unter den Reittieren mit ihren teils in Rüstungen steckenden Reitern.
»Es ist sinnlos«, schnaufte Sanxi. »Mit mir kommt Ihr nicht voran, Herrin. Ihr hättet mich schon früher zurücklassen sollen. Lauft jetzt, schnell! Ich werde mein Bestes geben und sie aufhalten.«
»Mitnichten werde ich dich zurücklassen!«, zischte Yuriza. »Es ist alles meine Schuld…«, setzte sie mit matter Stimme hinzu, den Tränen nahe.
Sanxi tätschelte ihre Wange – nur ihr und Yurizas Vater war dies erlaubt. Sie wollte etwas erwidern, doch sie konnte nicht. Die Zofe schluckte schwer und auch Yuriza wurde es nun eng in der Brust. Sie wandte ihren Kopf – und sah das erste Pferd, weiß mit ein paar kleinen, grauen Flecken auf dem Hals, welches unweit zum Stehen kam. Sie schaute in die andere Richtung und erkannte auch dort ein hellbraunes Tier mit wachen Augen und schwarzer Mähne.
»Sieh an, sieh an«, murmelte der Reiter des weißen Tieres. »Zwei Frauen aus Kaitama. Die Damen haben ihre Pferde bei der Herberge vergessen. Kommt mit uns, eure Tiere warten auf euch.«
Ein drittes und ein viertes Pferd hielten bei ihnen an; Yuriza senkte den Blick und konnte anhand der Beine der Tiere sehen, dass sie von einem eher schmuddeligen Braun waren. Es spielte eigentlich keine Rolle, welche Farbe die Tiere hatten, doch irgendetwas benötigte sie, um sich selbst bei Verstand zu halten. Würde sie nicht über die Fellfarbe der Pferde nachdenken, so müsste sie an das denken, was die Onishu-Truppe mit ihnen in geraumer Zeit machen würde.
Die Reiter der beiden hinzugekommenen Pferde stiegen ab. Ihre Stiefel waren aus feinem Leder; anhand der lehmigen Flecken darauf vermutete Yuriza, dass sie über die Steppe gekommen waren, die zu dieser Jahreszeit meist schlammig war. Der Schlamm blieb an den Stiefeln hängen und trocknete zu einem hellen Lehm. Die beiden Reiter kamen näher, und Sanxis Kopf beugte sich noch weiter. Es wären eigentlich die Köpfe der Männer gewesen, die sich neigen sollten, doch Yuriza traute sich noch nicht, ihren letzten Trumpf preiszugeben. Dass die Männer ihnen nun Seile um die Hände banden, zeigte, dass sie mit einem Truppenführer unterwegs waren. Ein Kommandant oder General aus Onishu musste alle Gefangenen einer verfeindeten Provinz genauer betrachten. Und ihm fiel auch das Vorrecht zu, sich eine Frau für die Nacht auszusuchen.
Yuriza warf eher beiläufig Blicke zu Sanxi, die aufgrund ihres Alters wahrscheinlich von Belästigungen verschont blieb. Sie hatte ein paar Kenntnisse in der Heilkunst, konnte also im Lager aushelfen, sofern es Verletzte gab. Oder sie bürstete Schuhe. Je nach Persönlichkeit des Kommandanten würde man ihr Informationen entlocken wollen – vorzugsweise unter Folter. Yuriza betete für einen gnädigen Kommandanten, der Sanxi einfach nur die verdammten Stiefel polieren ließ.
Yuriza wurde auf das Pferd mit dem hellbraunen Fell und der schwarzen Mähne gesetzt, während Sanxi auf eines der schmuddeligen Braunen gesetzt wurde. Die kleine Meute setzte sich in Bewegung, zurück in Richtung der Herberge.
Nicht weit von der Herberge entfernt hatten sie ihr Lager aufgeschlagen. Die Farben von Onishu waren wunderschön anzusehen: Ein dunkles Blau durchzogen von Streifen eines helleren Blaus mit ein wenig Weiß, die schlussendlich einen Kreis bildeten. Es hatte für Yuriza schon immer ausgesehen wie eine Luftblase im Wasser, die von der Strömung getragen wurde. Dabei hatte Onishu nichts mit Wasser zu tun. Die zentral gelegene Provinz besaß keinen Hafen am Meer und es gab nur einen Fluss, der breit genug für Schiffe war. Aber dies reichte wohl aus.
Das Wappen von Onishu war gestaltet aus kostspieligen Farben, denn die Pigmente, die für das dunkle Blau verwendet wurden, stammten von einer Pflanze aus einem Land im Westen. Und der Import solcher Waren war teuer. Nicht nur dies sprach für den Reichtum von Onishu. So viel Yuriza wusste – und sie wusste einiges über die Nachbarprovinzen -, gab es reichlich Felder, die sehr ertragreich waren. Ebenso gab es in Onishu die großen Wollhaar-Rinder, deren Fleisch unvergleichlich zart war. Die Wolle der Tiere sah sie an vielen Hemden der Soldaten, die sie nun neugierig beäugten. Nicht selten wurde die Wolle auch gefärbt, doch nicht mit dem teuren Blau, sondern mit rötlichen Pigmenten der Mondblumen, die dem eigentlich schwarzen Fell einen bedrohlich roten Schimmer gaben.
Man hievte die beiden Frauen vor einem üppigen Zelt in der Mitte des Heerlagers von den Pferden, wo sie einen Moment stehen blieben. Yuriza hob den Kopf nur leicht, um zu sehen, was um sie herum vor sich ging. Sie roch den Schweiß der Männer, dachte auch, dass sie Blut roch. Anscheinend gibt es Verletzte, dachte sie und warf einen unauffälligen Blick zu Sanxi. Die Zofe zitterte leicht und hielt den Kopf noch immer tief gesenkt; im Gegensatz zu der jungen Frau neben sich wollte sie nicht spitzeln. Yuriza musste es. Sollten sie – wider Erwarten – unbeschadet und lebend aus dem Heerlager entkommen, konnte sie ihrem Fürsten einige Informationen liefern.
Yuriza vernahm wenige Schmerzensschreie oder Gestöhne, das von Wunden herrührte. Sie hörte gelegentlich ein Husten, doch es schien ein und dieselbe Person zu sein, die hustete. Sie traute den Onishu zu, die ersten Anzeichen einer Erkältung selbst zu behandeln, sofern sie nicht wollten, dass die Erkältung das gesamte Lager einnahm. Sie hörte ein lang gezogenes Seufzen und sah, dass einer der Soldaten, neben denen sie stand, unruhig mit dem Fuß wackelte. Wahrscheinlich hatte das letzte Gefecht länger gedauert – anscheinend siegreich für die Onishu, jedenfalls litten sie nicht an einer Niederlage. Yuriza vermutete, dass die Männer nach Hause wollten, an das warme Herdfeuer, zu der eigenen Familie zurück.
Kurz bevor sie und Sanxi in das Zelt geschoben wurden, roch Yuriza den frischen Reis und etwas Zitroniges, wahrscheinlich Ylan-Wurzeln, die unter anderem als Reinigungsmittel benutzt werden konnten. Im Zelt selbst war es warm und auch hier war der Geruch von Ylan nicht zu leugnen. Yuriza sah sich verstohlen im Zelt um, ohne den Kopf zu heben. Sie sah einen Ständer für die Rüstung, die mit sehr vielen blauen Ornamenten versehen war. Das Wappen von Onishu prangte groß und rund auf der Brust der Rüstung. Ein Hemd mit ellbogenlangen Ärmeln, die weit geschnitten waren, hing daneben, ebenfalls blau. In der Mitte des Zeltes stand ein großer Waschbottich, in den eine große Person genügend Platz hatte. Solche Bottiche nahmen auch die anderen Heere von Zeit zu Zeit mit, wenn ein hochrangiger Truppenführer zugegen war.
Ihr Blick schweifte weiter nach rechts, wo sie ein gespanntes Leinentuch sehen konnte. Hinter diesem Leinentuch verbarg sich meist die Schlafstätte des Kommandanten, welches zur Außenseite des Zeltes hin noch einmal durch Holzplanken abgeschirmt war. Pfeile, die auf das Zelt des Heerführers gerichtet waren, konnten so nicht die Lagerstatt des Mannes erreichen. Der Aufprall von Pfeilspitze auf Holz würde den Kommandanten wecken und ihm neben dem offensichtlichen Schutz auch eine Warnung geben. Dieser Kommandant hier schlief allerdings gerade nicht. Yuriza konnte seine Silhouette hinter dem Leinentuch ausmachen. Groß war er und breit gebaut; nicht so groß und breit wie ihr Vater.
Etwas erregte ihre Aufmerksamkeit und sie sah weiter nach rechts. Was ihre Wahrnehmung in Form eines Aufblitzens gestreift hatte, brachte ihr Herz nun – da sie es in Gänze sehen konnte – zum Stehen: Auf einem eigens hierfür angefertigten Ständer aus Holz und Gold thronten die zwei imposantesten Schwerter, die sie je gesehen hatte. Die Flammen der Kerzen, die im Zelt entzündet waren, spiegelten sich auf den sauberen und makellosen Klingen. Es schien beinahe so, als würden die Flammen aus den Klingen strömen. Yuriza hatte Geschichten über diese beiden Schwerter mit den leicht gebogenen Klingen gehört. Und auch über den Mann, der sie führte. Nicht viele Krieger waren so gut ausgebildet, dass sie zwei Waffen gleichzeitig und mit Präzision im Kampf einsetzen konnten. Jene, die es konnten, nannte man Loreigo, was so viel hieß wie ›zweifach begnadet‹. Beinahe alle Loreigo waren namentlich bekannt, da ihre Siege in den Schlachten von epischem Ausmaß waren, und nicht selten wurden sie als Hauptfiguren in Theaterstücken und Liedern benutzt.
Als der große Mann um das Leinentuch herum ging, konnte Yuriza nicht anders. Sie musste ihn sehen, musste wissen, wie der Mann, der die beiden Schwerter im Kampf führte, als wären sie eine einzige Klinge, aussah. Sie hob unweigerlich den Kopf und erhaschte einen Blick auf sein Gesicht, nur um den Kopf dann wieder ruckartig zu senken. Der Soldat neben ihr hatte wohl bemerkt, dass sie einen verstohlenen Blick riskiert hatte, denn er trat kurz näher und Yuriza spürte seinen musternden Blick auf ihr. Yuriza bemühte sich um Gelassenheit und starrte auf den Boden, der mit großen Holzplanken versehen war, sodass der wertvolle Mann im Zelt nicht im Morast einsank.
»Wen bringst du mir hier?«, fragte Fürst Taruko Mihonshi, Fürst von Onishu, in dessen Zelt Yuriza und Sanxi sich nun befanden.
»Zwei Frauen aus Kaitama, Herr«, verkündete der Soldat. »Sie waren in der Herberge, haben uns wahrscheinlich gehört oder gesehen, und sind durch die Hintertür entkommen.«
Fürst Taruko kam näher, seine Füße steckten noch in seinen Stiefeln. Die schwarze Hose saß eng an seinen muskulösen Schenkeln. Er stand nun vor Sanxi, schien wohl ihr Gesicht betrachten zu wollen, denn Sanxi keuchte leise und ihr Gewand raschelte.
»Mütterchen, wie alt bist du?«, fragte er.
»V-Vierzig-und-vier, Herr«, flüsterte die Zofe. »Geboren im siebten Jahr der Dekade.«
»Dann bist du um zwei Jahre jünger als mein Vater.« Ein leises Glucksen entfuhr dem Fürsten. »Welche Berufung übst du aus?«
»Z-Zofe u-und Assistentin einer H-Heilerin, Herr«, gab Sanxi zur Antwort. Respektvoll und knapp, um die Zeit des Fürsten nicht unnötig zu vergeuden.
Letzterer hatte die Antworten, die er haben wollte, denn er trat auf Yuriza zu. Sie starrte auf seine Stiefel, die ebenfalls mit Lehm besudelt waren.
»Und was ist mit dir?«, fragte er.
»Geboren im dritten Jahr der vorletzten Dekade, Herr«, antwortete Yuriza mit leiser Stimme.
»Dann bist du nun zehn-und-neun Jahre alt – oder wirst es bald«, schloss er aus ihrer Antwort. »Welcher Berufung gehst du nach?«
»Heilerin, Herr.« Nur die halbe Wahrheit, doch noch immer wollte Yuriza nicht zu viel preisgeben.
»Lass mich dir ins Gesicht sehen, schließlich hast du auch einen Blick riskiert.«
Er hatte es also bemerkt, dabei hatten seine Augen das Tuch in seiner Hand fixiert, als er um den Sichtschutz gegangen war. Yuriza schluckte, erhob sich leicht und spürte sogleich die Hand des Fürsten an ihrem Kinn. Sie hob den Blick und sah in die dunklen Augen des Mannes, der ein paar Jahre älter war als sie. Da war kein übertriebener Glanz in seinen Augen, keine Abscheu und auch kein übermäßiges Interesse. Fürst Taruko musterte Yuriza aufmerksam, streifte mit seinem Daumen ihre Unterlippe und zog sie leicht nach unten. Er betrachtete ihre Zähne, von denen sie wusste, dass sie makellos waren. Auch seine Zähne waren sauber und sein Atem roch nach der Jambi-Minze. Die Minze sollte jedoch keine Fäulnis verdecken, das hätte Yuriza gerochen. Er nutzte sie wohl regelmäßig, genauso wie er wohl die faserige Rinde der Ylan-Wurzel nutzte, um seine Zähne leicht abzuschaben – wie sie es selbst auch tat und was man von einem Fürsten erwarten sollte. Sauberkeit, trotz der blutigen Schlachten, die er führte.
Fürst Taruko ließ von Yuriza ab und wandte sich an seinen Soldaten. »Das Mütterchen bringst du zu Gambiyo. Sie soll ihm helfen. Wenn sie die Assistentin einer Heilerin ist, dann weiß sie, was zu tun ist.«
»Und die hier?«, fragte der Soldat und zeigte wohl auf Yuriza.
Eine kurze Stille trat ein. Als müsste er tatsächlich noch überlegen, was er mit mir machen will, dachte sie.
»Sie bleibt hier«, antwortete der Fürst.
Yuriza schluckte. Was sie nervöser machte als der simple Fakt, dass sie dem Fürsten Gesellschaft leisten musste, war Sanxis Keuchen, mit welchem sie aus dem Zelt bugsiert wurde. So unheilvoll und vielsagend, dass ein Schauer über Yurizas Rücken lief.
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